A110-kV-Ölgetauchter-Leistungstransformator übernimmt eine entscheidende Funktion bei der Spannungsumwandlung und der Großleistungsübertragung. Der Transformator darf jedoch nicht isoliert von der Erdungsanordnung des elektrischen Netzes betrachtet werden.
Das Transformator-Neutralpunkt-Erdungssystem beeinflusst:
- Erdschlussstrom
- Vorübergehende und transiente Überspannung
- Empfindlichkeit und Selektivität des Schutzes
- Isolierungsanforderungen des Transformators
- Systemstabilität
- Sicherheit von Personal und Anlagen
Aus diesem Grund ist die Neutralpunkterdung keine bloße Zubehörwahl. Sie muss aufeinander abgestimmt sein mit der Wicklungsverbindung des Transformators, der Systemerdungsphilosophie, dem Isolationsniveau, dem Schutzkonzept und dem Erdungsgitter der Umspannanlage.
Dieser Artikel erläutert die wichtigsten Funktionen, Komponenten und ingenieurtechnischen Aspekte eines Neutralpunkt-Erdungssystems für einen 110-kV-Öltransformator.
WICHTIG: Die geeignete Neutralpunkt-Erdungsart muss vom Systembetreiber und von qualifizierten Netzingenieuren festgelegt werden. Sie darf nicht allein anhand der Nennspannung des Transformators ausgewählt werden.
Was ist der Neutralpunkt eines 110-kV-Transformators?
Wenn eine dreiphasige Transformatorwicklung in Stern- oder Y-Schaltung verbunden ist, werden die drei Wicklungsenden an einem gemeinsamen Punkt zusammengeführt. Diese Verbindung wird als Neutralpunkt bezeichnet und normalerweise mit dem Buchstaben N.
Der Neutralpunkt stellt einen Bezugspunkt für die Phasen-Erdspannungen dar. Es darf jedoch nicht vorausgesetzt werden, dass sein Potential stets null ist.
Während des normalen, symmetrischen Betriebs kann seine Spannung gegenüber Erde nahe null liegen. Bei einem Erdfehler, einem Schaltvorgang, einer Ferroresonanz oder einer anderen unsymmetrischen Bedingung kann sich die Neutralpunktspannung erheblich verschieben.
Der neutrale Anschluss und seine Isolierung müssen daher entsprechend folgender Kriterien ausgelegt werden:
- Die Wicklungsverbindung
- Das gewählte Erdungsverfahren
- Die Transformator-Isolationsauslegung
- Erwartete vorübergehende Überspannungen
- Blitz- und Schaltüberspannungen
- Schutzansprechzeit
- Die Isolationskoordinationsstudie des Systems
IEC 60076-3 legt die Isolierungsanforderungen für Transformatoren, die dielektrischen Prüfungen sowie die äußeren Luftstrecken für einzelne Wicklungen und Anschlüsse fest.
Was ist Transformer Neutrale Erdung?
Die Neutralpunkterdung eines Transformators ist die absichtliche Verbindung des neutralen Punkts einer Sternschaltung mit der Erde.
Je nach Netzkonstruktion kann der Neutralpunkt folgendermaßen ausgeführt sein:
- Fest geerdete
- Über einen Widerstand geerdet
- Über eine Drossel geerdet
- Über eine andere Impedanz geerdet
- Über einen Erdungstransformator verbunden
- Unter festgelegten Bedingungen unerded betrieben
- Im Rahmen eines genehmigten Betriebsschemas zwischen geerdetem und unerdedem Zustand umgeschaltet
Das Erdungsverfahren bestimmt Größe und Verhalten des Nullsequenzstroms bei einem Fehler zwischen Phase und Erde. Es beeinflusst zudem Überspannungen, das Ansprechverhalten von Relais sowie die Isolationsbeanspruchung des Transformators und der angeschlossenen Geräte.
IEEE C62.92 beschreibt die grundlegenden Überlegungen zur Auswahl der Parameter für die Neutralpunkterdung, um den Erdfehlerstrom und Überspannungen in Versorgungsnetzen zu steuern. Die darin enthaltenen Richtlinien für Übertragungsnetze behandeln ebenfalls die Neutralpunkterdung von Transformatoren sowie die Spezifikation von Erdungseinrichtungen.
Warum benötigt ein 110-kV-Transformator eine geeignete Neutralpunkt-Erdungsanordnung?
1. Steuerung des Erdfehlerstroms
Bei einem Phasen-Erd-Fehler bestimmt die Erdungsanordnung den Rückführweg und die Höhe des Nullsequenz-Fehlerstroms.
Ein direkt geerdeter Neutralpunkt ermöglicht einen hohen Erdfehlerstrom, sodass Schutzeinrichtungen den Fehler schnell erkennen und ausschalten können. Bei einer impedanzgeerdeten Anordnung wird der Strom auf einen berechneten Wert begrenzt, wobei gleichzeitig ein messbares Signal für den Schutz erhalten bleibt.
Die richtige Methode hängt vom Netzfehlerniveau, der Schutzkonzeption und den betrieblichen Anforderungen ab.
2. Begrenzung vorübergehender Überspannungen
In einem nicht geerdeten oder unzureichend geerdeten System kann ein einphasiger Erdfehler zu einer Erhöhung der Spannung zwischen den gesunden Phasen und Erde führen. Dadurch können Transformatorklemmen, Kabel, Schaltanlagen und andere Geräte einer erhöhten Isolationsbeanspruchung ausgesetzt werden.
Eine korrekt ausgelegte Erdungsanordnung hilft, die Neutralpunktwanderung und vorübergehende Überspannungen zu begrenzen.
3. Schutz der Neutralpunktdämmung des Transformators
Einige Transformatoren verwenden gestufte Dämmung, was bedeutet, dass die Dämmstufe im Bereich des Neutralpunkts einer Wicklung niedriger ist als an der Leitungsanschlussklemme. Ein solcher Neutralpunkt darf keiner Spannungsbeanspruchung ausgesetzt werden, die über seine zugewiesene Dämmstufe hinausgeht.
Ob gestufte Dämmung verwendet wird, muss anhand des Transformator-Designs und des Typenschilds bestätigt werden – nicht allein anhand der Nennspannung angenommen werden.
Der Schutz der Neutralpunktdämmung erfordert möglicherweise eine Abstimmung zwischen:
- Dem Erdungsschalter
- Überspannungsableiter
- Dem Schutzspalt
- Dem Neutralstromwandler
- Differentialschutz für Transformatoren
- Der eingeschränkten Erdschluss-Schutzfunktion
- Dem Nullsequenz-Überstromschutz
- Dem Neutralpunkt-Überspannungsschutz
4. Unterstützung des selektiven Schutzes
Ein bekannter Nullsequenzstrompfad ermöglicht es Schutzrelais, Erdschlussfehler von normalem Laststrom und anderen Systemzuständen zu unterscheiden.
Je nach Schutzkonzept kann der Neutralleiterstrom gemessen werden für:
- Erdschluss-Überstromschutz
- Der eingeschränkten Erdschluss-Schutzfunktion
- Differentialschutz für Transformatoren
- Überwachung der Neutralleiter-Asymmetrie
- Detektion des Stroms durch den Schutzspalt
Die Schutzeinstellungen müssen auf einer Kurzschluss- und Schutzkoordinationsstudie beruhen.
5. Verbesserung der Systemstabilität und der Störungsbehandlung
Eine schnelle, selektive Fehlerisolierung verringert die thermische und mechanische Belastung des Transformators und begrenzt das Risiko, dass ein lokaler Fehler sich zu einer umfassenderen Systemstörung ausweitet.
Erdung beseitigt keine Fehler. Ihr Zweck ist es, deren elektrische Auswirkungen zu kontrollieren und dem Schutzsystem zu ermöglichen, wie vorgesehen zu reagieren.
Hauptkomponenten eines Transformator-Neutralleiter-Erdungssystems
Eine 110-kV-Transformator-Neutralleiter-Erdungsanordnung kann mehrere Komponenten umfassen. Die genaue Konfiguration variiert je nach Projekt.
1. Neutralleiter-Erdungsschalter
Der Neutralleiter-Erdungsschalter stellt eine gesteuerte metallische Verbindung zwischen dem Transformator-Neutralleiter und dem Erdungssystem der Umspannanlage her.
Er kann manuell oder elektrisch betätigt werden und kann Stellungsanzeige, Verriegelung sowie Schnittstellen für Fernsteuerung enthalten.
Zu seinen erforderlichen Kennwerten zählen u. a.:
- Höchste Systemspannung
- Dauerstrom, falls zutreffend
- Kurzzeit-Toleranzstrom
- Spitzenstromfestigkeit
- Isolierungsstufe
- Mechanische Ausdauer
- Betriebsvorrichtung
- Umgebungsbeständigkeit
- Anforderungen an Hilfskontakte
Die Schalterstellung muss sich nach einer genehmigten Betriebsanweisung richten. Betreiber dürfen nicht davon ausgehen, dass der Neutralleiter stets geerdet oder stets getrennt sein muss.
Das Umschalten des Transformator-Neutralleiters ändert die Nullsequenzimpedanz des Netzes und kann folgende Aspekte beeinflussen:
- Erdschlussstrom
- Relaisempfindlichkeit
- Temporäre Überspannung
- Parallelbetrieb von Transformatoren
- Schutzkoordination
Es ist daher als Systembetrieb und nicht als isolierte mechanische Aktion zu behandeln.
2. Neutralleiter für Erdung
Der Erdungsleiter verbindet den Neutralanschluss, den Erdungsschalter und das Erdungsgitter der Umspannstation.
Er muss für den berechneten Fehlerstrom und die Ausschaltzeit dimensioniert sein. Bei der Auslegung sind zudem folgende Faktoren zu berücksichtigen:
- Thermische Belastbarkeit
- Elektrodynamische Kräfte
- Mechanischer Schutz
- Korrosion
- Verbindungsstabilität
- Routenplanung und Freigaben
- Zugang für Inspektion und Wartung
Wo redundante Erdungsleiter erforderlich sind, müssen diese gemäß dem genehmigten Umspannwerk-Design mit entsprechend voneinander getrennten Punkten des Erdungsgitters verbunden werden.
Anzahl, Material und Querschnitt der Leiter müssen den Projektvorgaben und lokalen Normen entsprechen.
3. Erdungsgitter des Umspannwerks
Das Erdungsgitter leitet Kurzschlussstrom in die Erde ab und schafft eine äquipotentielle Bezugsebene für das Umspannwerk.
Bei seiner Auslegung darf nicht nur ein einziger Erdwiderstandswert berücksichtigt werden. Wichtige Faktoren umfassen:
- Maximaler Erdfehlerstrom
- Fehlzeit
- Bodenwiderstand
- Gittergeometrie
- Thermische Belastbarkeit der Leiter
- Schrittspannung
- Berührungsspannung
- Übertragene Potentialdifferenz
- Oberflächenschicht-Eigenschaften
- Korrosionszuschlag
- Verbindungen zu Gerätestrukturen und Zäunen
Eine universelle Anforderung wie „Erdungswiderstand muss stets unter 4 Ω liegen“ darf nicht pauschal auf jeden 110-kV-Umspannwerk angewandt werden. Die zulässige Auslegung ist durch die Erdungsstudie sowie durch geltende nationale oder versorgungsunternehmensspezifische Anforderungen festzulegen.
4. Neutralpunkt-Überspannungsableiter
Ein Überspannungsableiter mit Metalloxid kann zwischen Transformatorneutralpunkt und Erde installiert werden, um spezifizierte transiente Überspannungen zu begrenzen.
Im Normalbetrieb weist der Ableiter eine hohe Impedanz auf. Sobald eine Überspannung seine Schutzeigenschaft überschreitet, leitet er Stoßstrom und begrenzt so die an die Neutralpunktdämmung angelegte Spannung.
Die Auswahl des Ableiters erfordert die Koordination von:
- Stetige Betriebsspannung
- Nennspannung
- Fähigkeit zur Begrenzung temporärer Überspannungen
- Nenn-Entladestrom
- Energiekapazität
- Restspannung
- Isolationsniveau des Transformator-Neutralpunkts
- Systemerderbedingung
IEC 60099-4 gilt für spannungsgesteuerte Metalloxid-Überspannungsableiter ohne Funkenstrecke, die zur Begrenzung von Überspannungen in Wechselstromsystemen über 1 kV eingesetzt werden. IEC 60099-4
Ein Überspannungsableiter darf nicht allein anhand der Nennsystemspannung des Transformators ausgewählt werden. Der Neutralpunkt kann einer anderen Spannungsbeanspruchung als die Außenleiter unterliegen.
5. Schutzfunkenstrecke am Neutralpunkt
Eine schützende Luftfunkenstrecke kann zwischen dem Transformator-Neutralpunkt und Erde geschaltet werden. Unter Normalbedingungen bleibt sie stromlos. Sobald die Neutralpunktspannung den Zündspannungswert der Funkenstrecke erreicht, bricht die Luftstrecke durch und stellt einen Ableitpfad bereit.
Ein Stromwandler kann in den Funkenstreckenkreis eingebaut werden, sodass der Funkenstreckenstrom ein Alarm- oder Auslösesignal auslöst.
Die Funkenstrecke erfordert eine sorgfältige Abstimmung, da ihr Verhalten von folgenden Faktoren beeinflusst wird:
- Elektrodenform
- Zwischenraumbreite
- Luftdichte
- Höhenlage
- Luftfeuchtigkeit und Verschmutzung
- Installationsgeometrie
- Netzfrequenzspannung
- Impulsspannung
- Isolationsniveau des Neutralleiters
Schutzspalte können eine größere Streuung der Überschlagsspannung als Metalloxidableiter aufweisen. Ihr Betrieb kann zudem abgeschnittene Impulse und Netzfrequenz-Folgestrom erzeugen.
Die Einstellung der Spalte muss daher durch Isolationskoordinations- und Schutzberechnungen bestimmt werden, nicht durch Übernahme eines standardmäßigen physischen Abstands aus einem anderen Projekt.
6. Neutralstromwandler
Ein Stromwandler in der Neutralleiterverbindung kann Messsignale für Transformator- und Erdschlussschutz bereitstellen.
Mögliche Anwendungsbereiche umfassen:
- Neutrale Überstromschutzvorrichtung
- Der eingeschränkten Erdschluss-Schutzfunktion
- Differentialschutz für Transformatoren
- Detektion des Stroms durch den Schutzspalt
- Ereignisaufzeichnung
Ihr Übersetzungsverhältnis, ihre Genauigkeitsklasse, ihre Knickpunktspannung, ihre Belastbarkeit und ihre Kurzzeitstrombelastbarkeit müssen mit dem Relaisschaltplan und der berechneten Fehlerbeanspruchung übereinstimmen.
7. Überspannungs-Zähler und Leckstromüberwachung
Ein Überspannungs-Zähler registriert Entladungsvorgänge durch den Überspannungsableiter. Einige Geräte zeigen zudem den Leckstrom an.
Eine Zunahme der Zählerzählungen beweist nicht automatisch, dass der Ableiter defekt ist. Sie weist lediglich auf das Auftreten von Entladungsvorgängen hin und muss gemeinsam mit folgenden Faktoren bewertet werden:
- Aufzeichnungen zu Störungen im System
- Blitzaktivität
- Schaltvorgänge
- Leckstromtrends
- Ableitertemperatur
- Physischer Zustand
- Hersteller-Inspektionskriterien
Die Zähleranschlussverbindung muss kurz, direkt und ordnungsgemäß geerdet bleiben, da unnötige Leitungslänge die Schutzwirkung verringern kann.
Wie arbeiten Überspannungsableiter und Schutzspalt gemeinsam?
Bei gemeinsamer Installation bieten der Neutralleiter-Überspannungsableiter und der Schutzspalt normalerweise ergänzenden Schutz.
Überspannungsableiter
Der Ableiter wird hauptsächlich zur Begrenzung transienter Überspannungen unter Aufrechterhaltung eines vorhersagbaren Schutzniveaus ausgewählt.
Dem Schutzspalt
Der Spalt kann entweder als Ersatzschutz dienen oder auf bestimmte temporäre oder netzfrequente Überspannungsbedingungen reagieren, je nach Auslegung.
Ihre Abstimmung muss sicherstellen, dass:
- Der Ableiter den Transformator innerhalb seiner Energiekapazität schützt.
- Der Spalt bei gewöhnlichen Transienten nicht unnötigerweise anspricht.
- Der Spalt vor einer Überbeanspruchung der Neutralleiterisolierung unter den von ihm abgedeckten Bedingungen anspricht.
- Der Relaisschutz unterbricht jeden folgenden Netzfrequenzstrom.
- Der Überspannungsableiter ist keiner unzulässigen vorübergehenden Überspannung ausgesetzt.
Es ist unzutreffend, zu behaupten, dass der Überspannungsableiter und der Funkenstrecke stets in einer festen Reihenfolge ansprechen. Ihre Reaktion hängt von der Spannungsform, der Dauer, den Schutzeigenschaften und der Systemkonfiguration ab.
Die Isolationskoordination sollte den Grundsätzen der IEC 60071-1 folgen, die die Auswahl der Nennhaltespannungen für Erdschluss-, Phasen-zu-Phasen- und Längsisolation in Wechselstromsystemen über 1 kV regelt. IEC 60071-1
Gängige Methoden der Neutralpunkterdung
Feste Erdung
Der Neutralpunkt ist über einen sehr niederohmigen Pfad mit Erde verbunden.
Typische Merkmale:
- Hoher Erdfehlerstrom
- Klare Nullsequenzbezugsebene
- Schnelle Fehlererkennung
- Niedrigere vorübergehende Überspannung
- Höhere Anforderungen an die Fehlerbelastbarkeit
Widerstandserdung
Ein Neutralleiter-Erdungswiderstand begrenzt den Erdfehlerstrom auf einen berechneten Wert.
Typische Merkmale:
- Verringerte Geräteschäden bei Erdfehlern
- Gesteuerter Schutzstrom
- Definierte thermische Belastung für den Widerstand
- Erfordernis einer Überwachung der Widerstandstemperatur und -kontinuität
Drossel- oder Reaktorerdung
Eine Erdungs-Drossel begrenzt den Strom über induktive Impedanz.
Typische Merkmale:
- Verminderter Erdfehlerstrom
- Systemspezifisches Nullsequenzverhalten
- Erfordernis detaillierter transientscher und Schutzstudien
Resonanzbeteiligung
Eine Drossel wird so abgestimmt, dass sie die Erdfehlerkapazität des Netzes kompensiert.
Diese Anordnung ist typischerweise mit bestimmten Mittelspannungsnetzen verbunden und darf nicht ohne spezifische Systemstudie auf eine 110-kV-Wicklung übertragen werden.
Selektive Neutralerdbetiligung
In Umspannwerken mit parallel betriebenen Transformatoren kann der Systembetreiber ausgewählte Transformatorneutralpunkte erden, um den Nullsequenzstrom und die Schutzleistung zu steuern.
Das Öffnen oder Schließen eines einzigen Neutralpunktschalters verändert den Erdungszustand des gesamten verbundenen Systems. Verriegelungen und Betriebsverfahren sind daher unerlässlich.
Warum ist die Neutralerdbetiligung während der Inbetriebnahme und Außerbetriebnahme wichtig?
Das Schalten von Transformatoren kann transiente und vorübergehende Überspannungen erzeugen. Der Neutralleiterzustand während der Inbetriebnahme oder Außerbetriebnahme kann die Spannungsbeanspruchung einer isolierten Wicklung mit gestufter Isolierung beeinflussen.
Einige Versorgungsunternehmensverfahren verlangen, dass der Neutralleiter-Erdungsschalter vor der Inbetriebnahme oder Außerbetriebnahme eines Transformators geschlossen wird. Dies darf jedoch nicht als allgemeingültige Regel dargestellt werden.
Die korrekte Schaltsequenz hängt ab von:
- Transformator-Isolationsauslegung
- Leistungsschalteranordnung
- Anzahl parallelgeschalteter Transformatoren
- System-Erdungsanordnung
- Schutzeinstellungen
- Überspannungsableiter-Bemessungswerte
- Betriebsregeln des Versorgungsunternehmens
- Ergebnissen von Schalt- und Isolationsuntersuchungen
Die Betreiber müssen die genehmigte Schaltanweisung für die jeweilige Umspannanlage befolgen.
Prüf- und Wartungsliste
Die Wartung muss von autorisiertem Personal gemäß den elektrischen Sicherheitsverfahren der Anlage durchgeführt werden.
Neutralleiter-Erdungsschalter
Prüfen:
- Anzeige der geöffneten und geschlossenen Position
- Mechanische Ausrichtung
- Kontaktzustand
- Betriebsvorrichtung
- Motor- und Steuerkreise
- Hilfskontakte
- Verzahnt
- Sauberkeit und Integrität der Isolatoren
- Anzeichen von Überhitzung oder Entladung
Ader für den Erdung
Prüfen Sie auf:
- Lockere oder beschädigte Verbindungen
- Durchtrennte Litzen oder gerissene Leiter
- Korrosion
- Ungewöhnliche Erwärmung
- Unzureichende Abstände
- Mechanische Beschädigung
- Nicht autorisierte Modifikationen
Überspannungsableiter
Prüfen:
- Zustand des Porzellan- oder Polymergehäuses
- Verschmutzung und Entladungsspuren
- Anschlussfestigkeit
- Verlegung des Erdungsleiters
- Anzeige des Überspannungsableiters
- Anzeige des Ableitstroms, falls verfügbar
- Vom Hersteller vorgeschriebene Diagnoseergebnisse
Dem Schutzspalt
Überprüfen:
- Zustand der Elektroden
- Korrekte Elektrodenspaltweite
- Ausrichtung
- Oberflächenkontamination
- Nachweis einer vorherigen Entladung
- Anschlüsse des Stromwandlers
- Abstände zu benachbarten Geräten
Erdungsnetz
Durchführung von Inspektionen und Prüfungen gemäß dem Wartungsplan für die Umspannanlage, einschließlich:
- Kontinuität der Verbindungen
- Messungen des Erdungswiderstands oder der Erdungsimpedanz
- Bewertung der Bodenbedingungen
- Überprüfung der Schritt- und Berührungsspannungen nach wesentlichen Änderungen
- Korrosionsbewertung
- Überprüfung neu angeschlossener Geräte
Häufige Probleme und ihre Folgen
Falsche Position des Erdungsschalters
Eine falsche Schalterstellung kann den Erdfehlerstrom verändern und die Relaiskoordination ungültig machen.
Lockerer Neutralleiteranschluss
Eine hochohmige oder unterbrochene Verbindung kann zu Erwärmung, Lichtbogenbildung und unvorhersehbarer Neutralleiterspannung führen.
Zu kleiner Erdungsleiter
Ein Leiter mit unzureichender thermischer oder mechanischer Belastbarkeit kann bei einem hochstromstarken Erdfehler versagen.
Falsche Überspannungsableiter-Auslegung
Ein Überspannungsableiter mit unzureichender Dauerüberspannungsfestigkeit kann überhitzen oder ausfallen. Ein zu hoher Schutzniveauwert kann dazu führen, dass die Transformatorneutralstelle unzureichend geschützt ist.
Verunreinigter oder falsch eingestellter Überschlagspalt
Verschmutzung, Höhenlage oder falscher Abstand können die Überschlagsspannung verändern und zu vorzeitigem Ansprechen oder Ausbleiben des Ansprechens führen.
Nicht abgestimmte Schutzparametereinstellungen
Selbst ein korrekt installiertes Erdungssystem kann keinen wirksamen Schutz gewährleisten, wenn die zugehörigen Relaisfunktionen falsch ausgewählt oder eingestellt sind.
Konstruktionsdaten für eine maßgeschneiderte Auslegung erforderlich
Bevor ein 110-kV-Transformator samt Neutralpunkt-Erdungsanordnung spezifiziert wird, sollte der Hersteller folgende Angaben erhalten:
- System-Nennspannung und höchste Spannung für die Ausrüstung
- Systemfrequenz
- Bemessungsleistung des Transformators
- Wicklungsspannung und -schaltung
- Vektorgruppe
- Neutrales Isolationsniveau
- Vollständige oder gestufte Isolationsanforderung
- Maximaler und minimaler Erdfehlerstrom
- Fehlerlöschzeit
- Erdungsphilosophie
- Bedingungen für den Parallelbetrieb von Transformatoren
- Schutzeinliniendiagramm
- Überspannungsableiterbelastung
- Standorthöhe und Verschmutzungsgrad
- Umgebungstemperatur
- Seismische und klimatische Anforderungen
- Anwendbare IEC-, IEEE-, nationale oder Versorgungsunternehmens-Standards
Diese Parameter bestimmen die geeigneten Geräte-Nennwerte und das Schnittstellendesign.
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Unser Ingenieurteam kann konfigurieren:
- Nennleistung und Übersetzungsverhältnis
- Transformatorimpedanz
- Vektorgruppe
- Stufbereich und Anordnung des Lastschalters (OLTC)
- Vollisolation oder gestufte Isolation
- Neutralleiter-Anschluss und Erdungsschnittstellen
- Erdungsschalter-Schnittstellen
- Neutrale Stromwandler
- Überspannungsableiter und Schutzspaltanordnungen
- Überwachungs- und Schutzzubehör
- Kühlsystem
- Durchführungen und Kabelanschlüsse
- Anwendbare IEC-, IEEE- oder projektspezifische Anforderungen
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Inhaltsverzeichnis
- Was ist der Neutralpunkt eines 110-kV-Transformators?
- Was ist Transformer Neutrale Erdung?
- Warum benötigt ein 110-kV-Transformator eine geeignete Neutralpunkt-Erdungsanordnung?
- Hauptkomponenten eines Transformator-Neutralleiter-Erdungssystems
- 1. Neutralleiter-Erdungsschalter
- 2. Neutralleiter für Erdung
- 3. Erdungsgitter des Umspannwerks
- 4. Neutralpunkt-Überspannungsableiter
- 5. Schutzfunkenstrecke am Neutralpunkt
- 6. Neutralstromwandler
- 7. Überspannungs-Zähler und Leckstromüberwachung
- Wie arbeiten Überspannungsableiter und Schutzspalt gemeinsam?
- Gängige Methoden der Neutralpunkterdung
- Warum ist die Neutralerdbetiligung während der Inbetriebnahme und Außerbetriebnahme wichtig?
- Prüf- und Wartungsliste
- Häufige Probleme und ihre Folgen
- Konstruktionsdaten für eine maßgeschneiderte Auslegung erforderlich
- Maßgeschneiderte 110-kV-Transformatoren-Lösungen von Dingxin Electric
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